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6460 Imst, Meraner Straße 6
Tel. (05412) 66 346
Fax: (05412) 66 346-45
Die Landw. Landeslehranstalt Imst wurde im Jahr 1919 gegründet. Als Hauptinitiatoren gelten der damalige Landeskulturratspräsident Josef Siegele aus Arzl sowie Landesrat Andreas Gebhart, der dieses Ansinnen der Tiroler Landesregierung zur Beschlussfassung vorlegte.
Nach einem bescheidenen Beginn mit einer Klasse der Winterschule wurde das Bildungsangebot in den Folgejahren sukzessiv ausgebaut.
 
Neben der Gründung einer Haushaltungsschule (1921) wurden auch Ausbildungsstätten für die Imkerei und die Weberei geschaffen.

Von der Lehranstalt darüber hinaus verwaltet wurden u.a. ein Sennereibetrieb (spätere Lehrmolkerei) sowie die im Postanwesen untergebrachte Landesgastwirteschule. Die landw. Winterschule wurde schon bald auf 2 Jahr- gänge ausgedehnt, ein großzügiger Ausbau (1929) führte die permanenten Raumprobleme einer Lösung zu.

Landeskulturratspräsident Josef Siegele (links) und Landesrat Andreas Gebhart (rechts), die Gründer der LLA Imst
 
Im Laufe des 2. Weltkrieges kam die Ausbildungstätigkeit faktisch zum Erliegen. Unter schwierigsten Bedingungen (die Räumlichkeiten waren durch die Nationalsozialisten und die einmarschierenden Besatzungssoldaten arg in Mitleidenschaft gezogen worden) begann der Neustart im Herbst 1945 mit einem Hauswirtschaftskurs am Linzerhof. Erst im darauf folgenden Jahr konnte der Schulbetrieb in den angestammten Räumlichkeiten wieder aufgenommen werden.
 
Das große Interesse der Oberländer Bevölkerung an einer land- bzw. hauswirtschaftlichen Ausbildung hatte zur Folge, dass die Schülerzahlen kräftig anstiegen und insbesondere in der Hauswirtschaft akuter Platzmangel herrschte. Durch das Engagement von Landesrat Eduard Wallnöfer (Absolvent der landw. Fachschule Jg. 32/33) konnte im Jahr 1952 die neue Haushaltungsschule bezogen werden. (Der spätere Landeshauptmann war zeitlebens ein großer Förderer der Lehranstalt)
 
Landeshauptmann Eduard Wallnöfer
Geistlicher Rat Kaplan Anton Wötzer
 
Der gesellschaftliche Wandel brachte es mit sich, dass die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten stetig abgenommen hat. Trotzdem konnte die Lehranstalt ihre Schülerzahlen bis zum Beginn der 70er-Jahre ziemlich konstant halten.
Zu diesem Zeitpunkt wurde die dreijährige Fachschule aus der Taufe gehoben und es stellte sich bald heraus, dass dieser Schultyp ein Erfolgsmodell ist. Im Bereich der Hauswirtschaft wurde die Schaffung einer dreijährigen Ausbildung erst zu Beginn der 90er-Jahre in die Tat umgesetzt. Bei der ländlichen Bevölkerung hat dieses Bildungsangebot großen Anklang gefunden und einen markanten Schub bei den Schülerzahlen ausgelöst. Begleitend dazu wurden auch laufend bauliche Maßnahmen gesetzt, damit eine zeitgemäße Wissensvermittlung stattfinden kann und die internatsmäßige Unterbringung gewährleistet ist.
Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Revitalisierung der alten Haushaltungsschule - dem heutigen Luise-Wallnöfer-Haus - sowie der großzügige Ausbau des Dachbodentraktes im Hauptgebäude als Schülerheim.
Die vergangenen zehn Jahre waren einerseits geprägt von großen Investitionen des Schulerhalters in die praktischen Ausbildungsstätten und zum anderen von der Novellierung der Lehrpläne in beiden Fachrichtungen.
Dem Umbau des Rinderstalles mit der Zielsetzung tiergerechter Haltungsformen folgte die Errichtung eines modernen Schafstalles und in weiterer Folge die Ansiedlung der Freilandhaltung von Grauviehmutterkühen.
Einen Schwerpunkt bildete auch die Schaffung moderner Räumlichkeiten für die Milch- und Fleischverarbeitung. Einer Generalsanierung unterzogen wurde auch die Wirtschafts- und Lehrküche in der Hauswirtschaft.
Schließlich wurde dem lange gehegten Wunsch nach einem Neubau der Lehrwerkstätten für Holz-, Metall- und Landtechnik Rechnung getragen.
Der Neufassung des Lehrplanes für die Ausbildung in der Fachschule für ländliche Hauswirtschaft mit der Manifestierung der Ausbildungsschwerpunkte Tourismus bzw. Gesundheit und Soziales im Jahr 2000 folgte vier Jahre später jene für die Fachrichtung Landwirtschaft mit einer Neugestaltung des allgemein bildenden und praktischen Unterrichts.
Seit mehreren Jahren werden in den beiden Fachrichtungen insgesamt 13 Klassen geführt, davon fünf in der 9. Schulstufe und acht in den aufsteigenden Klasssen. Die Schüler/innenzahl liegt relativ konstant bei ca. 360.
Regen Zulauf verzeichnen wir auch in der Fachschule für Erwachsene, die entweder mit der Facharbeiter- oder der Meisterprüfung abgeschlossen wird.
In ihrer Funktion als ländliches Bildungszentrum veranstaltet die Landw. Landeslehranstalt Imst auch laufend diverse Fachkurse, Vortragsabende und Seminare.